Albuquerque, Stadt ohne Vibes?

Ich kann nicht wirklich benennen, was sich an Albuquerque so merkwürdig anfühlt. Es ist weniger der Fall, dass die Stadt schlechte Vibes abgibt. Viel mehr gibt es hier gar keine Vibes. Und das bestätigen mir die meisten derer, die hier wohnen.

ABQ ist eine riesige Stadt - flächenmäßig. Vergleicht man die größte Stadt New Mexicos zum Beispiel mit Düsseldorf, so liegt sie nach Einwohnern mehr als 50.000 zurück. Das Stadtgebiet ist allerdings mehr als doppelt so groß. Und trotzdem gibt es anscheinend nur eine einzige, ewig lange, ewig gerade Straße, an der ansatzweise etwas los ist - Central. Vierspurig, chronisch verstopft, gesäumt von den Neonlogos der Einzelhandelsketten.

In den 90ern trug ein Teil der Stadt den wenig attraktiven Spitznamen 'war zone', weil dort durchschnittlich sechs Menschen täglich getötet wurden. Die Kriminalitätsrate ist zwar mittlerweile gesunken und die meisten Wunden verheilt. Die Narben aber werden bleiben, ein Gefühl von Sicherheit wird sich in naher Zukunft nicht einstellen, wenn, dann nur im Vergleich zu früher.

Die immer gleiche Pueblo-Architektur wirkt alsbald frustrierend. Alles erscheint schlammfarben, mehrgeschossige Häuser sucht man meistens vergeblich - 'the 505' scheint die einzige US-amerikanische Stadt ohne klar erkennbare Skyline zu sein. In der homogenen Stadt-Masse gibt es kaum etwas Einladendes zu entdecken, ein Café mit Terrasse, eine kleine Fußgängerzone oder eine ansprechende Plaza mit lokalem Gewerbe.

Womöglich ist dafür aber auch kein Platz. Wegen der Straßen, die scheinbar überall verlaufen. Zwei riesige Highways durchqueren ABQ, jeweils in Nord-Süd- beziehungsweise Ost-West-Richtung, zu denen von jeder halbwegs großen Straße auf beiden Seiten Auf- beziehungsweise Abfahrten führen.

Durch die Straßen zerrissen und wegen der eigenwilligen Architektur so weitläufig, kommt man selbst für kleine Besorgungen nicht um das Auto herum. Auch, und das macht es nicht besser, weil in 'Burque der öffentliche Personennahverkehr fast nicht existent ist - die wenigen Busse, die Central auf- und abfahren, gelten als gefährlich und Fortbewegungsmittel für die wohnungslose Population. So fahren nicht mal Studierende der University of New Mexico, die ihr Ticket für die wenigen verfügbaren Öffis umsonst bekommen, damit - was bestimmt nicht dazu beiträgt, die Verkehrsbelastung zu reduzieren und gleichzeitig für noch mehr (!) Straßen sorgt, auf die die Stadt eindeutig verzichten könnte.

Immerhin wurde mir Meth angeboten. Das kann über den Gesamteindruck aber nicht hinwegtäuschen, gerade, da ich dankend ablehnte. Eine merkwürdige Stadt in einer atemberaubend unwirklichen Landschaft gelegen. Eine Landschaft, deren ganz spezieller Reiz für Vieles entschädigt. 

Albuquerque von oben: Vom Fuße der Sandias breitet sich die Stadt in die Wüste New Mexicos aus.

Die Bergkette der Sandias, an deren Ausläufer sich 'Burque schmiegt und die ihren spanischen Namen Wassermelonen wegen ihrer Färbung während der rosa-roten Sonnenuntergänge in New Mexicos Wüste tragen, übertrifft in ihrer natürlichen Schönheit auch die beeindruckenden menschengemachten Skylines wie von New York City oder Chicago. Die Marslandschaft der scheinbar außerirdischen Mesa-Wüste, die mit ihrer schieren Unendlichkeit auch das riesige Albuerque verschlingt, wirkt eine geradezu morbide Anziehung auf die meisten aus, die sich einmal in ihrer Weite verloren. Wie ich.

Und so zieht es auch mich zurück in diese merkwürdige Stadt am Fuße der Berge in der Mitte der Wüste. Weil ich noch nicht genug gesehen habe. Weil es noch so viel mehr zu entdecken gibt, ja, geben muss. Obwohl ich, als ich danach gefragt wurde, meine Einschätzung so formulierte "so spread out, so big and so much space - but still so less going on" - und von allen Locals nur Zustimmung erhielt. 

Aber eben auch, weil es kaum eine Stadt gibt, in der die Proteste gegen Donald Trump so zahlreich und laut sind. Weil New Mexico voraussichtlich mehrheitlich für den von den beiden große Parteien unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Gary Johnson stimmen wird. Oder wegen der Santa Fe Brewing Company, die direkt neben der Autobahn in einer kleinen Anlage aus recycelten Schiffscontainern ihr hausgebrautes Bier ausschenken. Wegen Winning's, weil es weltweit nur wenig schrulligere Cafés geben dürfte. Oder wegen des perfekten NM style food, das Flying Star, Frontier und andere servieren. Oder, um nur ein einziges Mal die Balloon Fiesta zu mitzuerleben mit der umwerfenden, farbenprächtigen Mass Ascension. 

Albuquerque mag zwar merkwürdig sein, langweilig, von Straßen zerrissen und wenig einladend. Aber Albuquerque ist eben auch rebellisch, handmade, Duke City, the 505. Und vor allem - das wird dieser Großstadt in der Wüste so schnell keiner nehmen - authentisch.

Und ich schon beinahe sentimental. 

Freitag der 13.

Und dann sitzt du an einem Freitag den 13. auf einmal im Madrilener Flughafen am Gate und wartest auf den Anschlussflug. Draußen regnet es, der Himmel ist grau-weiß. Unter den Gangways haben sich Pfützen gebildet. Und während die ganzen Service-Fahrzeuge auf dem Rollfeld geschäftig rumwuseln, fühlst du dich merkwürdig taub.

Das erste mal Europa nach fast fünf Monaten. Und obwohl der Rückflug schon seit einem Monat gebucht war, kam er doch überraschend, als es soweit war. Und jetzt?

Natürlich hättest du gerne noch mehr Zeit gehabt. Natürlich gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Du hast mit deiner Freundin die ganze US-amerikanische Westküste bereist, warst in sechs verschiedenen Gebieten in Colorado und New Mexico snowboarden, hast in Albuquerque und Breckenridge gelebt. Du hast in Lima ausgeharrt, warst in Peru surfen, bist zum dritthöchsten Wasserfall der Welt gewandert.

Du hast in einer indigenen Community ein anderes Leben kennen gelernt, bist im Amazonas geschwommen, hast Affen, Faultiere und rosa Delfine gesehen. Du hast in Cali Salsa getanzt, in Chinchina Kaffee gepflückt, in Guatape einen gigantischen Felsen auf 740 Stufen bestiegen.

Du hast in der Hängematte am Strand geschlafen, bist im Parque Tayrona vor dem Brüllen eines Jaguars weggerannt, hast eine riesige Kathedrale 160 Meter unter der Erde besucht. Und dann bist du wieder in Europa.

Es ist Freitag der 13. und draußen regnet es.

Pleite statt Malaria.

Und ich dachte, Malaria oder Dengue wären das Schlimmste, was mir im peruanischen Dschungel passieren könnten...

Falsch gedacht. Von beidem blieb ich, soweit ich das jetzt sage kann, verschont, obwohl insbesondere meine Knöchel und Waden, den Mückenstichen sei Dank, einem unappetitlichen rosa Streuselkuchen sehr ähnlich sahen.

Stattdessen, und das ist kurzfristig womöglich ärgerlicher, hat in Iquitos offensichtlich jemand meine Kreditkarte abgegriffen. Klar wurde mir das, als ich knapp eine Woche später, jetzt in Kolumbien, in Cali mit eben jener Karte Bargeld abheben wollte, um mein Hostel zu bezahlen. Und keins bekam.

Bei der Kontrolle der Umsätze machte mich ein 2-Euro-Betrag stutzig. Abgebucht vom Cafe Madeleine - in San Francisco. Überraschung! Nach Rücksprache mit der Bank erfuhr ich, dass am selben Tag eine Anfrage über US$ 500 einging. Die kam dem aufsehenden Unternehmen, glücklicherweise, (Achtung: Wortwitz) spanisch vor und wurde abgelehnt. Und im gleichen Atemzug meine Kreditkarte eingefroren.

Nein, ich werde weder ausgeraubt, noch bestohlen oder überfahren. Meine Kreditkartendaten werden ausgelesen und ich sitze finanziell auf dem Trockenen, etwas unter Wattenmeer-Feuchtigkeit. Dagegen hilft auch meine Reiseregel #1 nicht: "Don't be stupid!"

Danke, Arschloch. Ich hoffe, der Kaffee war scheiße.

Dschungelabenteuer: Amazon Dreams.

Das Abenteuer "Planlos in den Dschungel" neigt sich dem Ende zu und hat bislang ziemlich gut funktioniert.

Das wird mir klar, als ich vom offenen Heck unseres Fährschiffes aus die schier unendliche Gewitterfront bewundere, die mittlerweile hinter uns liegt. Pure Naturgewalt in Form von mächtigen Wolken in allen Schattierungen, die das Grau-Spektrum hergibt. Dazu Blitze, die den ganzen Himmel erhellen. Und dahinter, um das perfekt komponierte Theater zu komplettieren, ein goldener Sonnenuntergang in der grünen Hölle.

Überhaupt bestimmt die Natur in ihrer kaum fassbaren Weite und Vielfalt das Leben in den Amazonas-Gebieten Perus. Viele, wenn nicht die meisten Konversationen mit den Menschen in der comunidad genannten indigenen Community in der Nähe von Pebas, wo wir drei Tage und zwei Nächte verbrachten, drehten sich um la selva, die Wildnis, und el rio, den Fluss und ihre Bewohner und Gewächse.

Ob es in Deutschland auch selva gebe, wurden wir mehrfach gefragt und mussten jedesmal mit traurigem Blick verneinen. Aber Flüsse gebe es ja wohl. "Klar", sagten wir dann, "aber nicht wie den Amazonas." Und das ist eigentlich noch untertrieben.

Verglichen mit dem Amazonas, gerade in der Regenzeit, scheint es fast als Beleidigung, den Rhein als Fluss zu bezeichnen. Während der Rhein vor allem Grenzen markiert, bestimmt der Amazonas allein in Peru das Leben in einem Gebiet, das größer ist, als Deutschland. Für die Menschen wie in der comunidad, die uns so unglaublich freundlich und vorbehaltlos aufnahmen, und für die Tiere, die Faultiere, die Papageien, die Capybaras und Totenkopfäffchen, die grauen und rosa Delfine. Und für das Zusammenspiel der beiden.

Percy, eigentlich Maler, hier in seiner Rolle als unser Dschungelführer.

Zwischen Iquitos und dem peruanisch/kolumbianisch/brasilianischen Drei-Länder-Eck, rund um die Städte Leticia (COL), Tabatinga (BRA) und Santa Rosa (PER), spielt der Tourismus eine untergeordnete Rolle. Dominant ist trotz aller Modernisierung die Interaktion Mensch - Natur. Noch nie habe ich zwei Angler nur mit Stock Nylonschnur, Haken und von den Bäumen fallenden Beeren 18 Fische fangen sehen. Dazu die perfekte Navigation durch das undurchdringliche Labyrinth aus Fluss, überschwemmten Bäumen, Lianen und menschengroßen Mörderbienen-Waben. Gekonnte Imitation von Tierrufen jeglicher Art, die mit Antworten belohnt werden. Perfektionierte Überlebenstechniken.

Auf dem Rückweg von unserem Kanu-Ausflug treffen wir Martin, den gewählten Vize-Präsidenten der Comunidad, in seinem. Er hat zwei Rote Aras erschossen, die Federn werden für den Bau der rituellen Kronen des Churaka und seiner Frau verwendet. Am Vortag hatte Julian nachgefragt, wann die Kronen zum Einsatz kommen: "Wenn die Touristen da sind"...

Percy mit den beiden erschossenen Aras.

Ein paar Mal im Jahr kommt ein Kreuzfahrtschiff der "Hanseatic" vorbei. Und auch wir mögen doch bitte unseren Freunden von unserem Besuch erzählen, bitten uns die (ausschließlich männlichen) Teilnehmer der abendlichen Koka- und Zigarettenrunde. Die Comunidad brauche schließlich das Geld der Touristen.

Und es ist anzunehmen, dass mehr und mehr kommen werden. Die unberührte Natur übt auf viele Menschen, die in industrialisierten Umgebungen sozialisiert wurden, eine immense Faszination aus. Eine Art Sehnsucht nach dem unbekannten Natürlichen. Nach dem Ursprünglichen. Da geht es uns nicht anders.

Deshalb werden mehr kommen. Ob Natur-Luxus in einer der Eco-Lodges, deren Zahlen beständig steigen, Flusskreuzfahrt durch das diverseste Ökosystem des Planeten oder Backpacking-Trip mit Dschungel-Abenteuer - klar ist, dass sich die Region, Mensch, Tier und ihr Zusammenleben verändern werden. Und die Geschichte dieses einzigartigen Kunstwerkes der Natur verheißt nichts Gutes für dessen Zukunft:

Der Kautschukboom brachte das erste Mal Reichtum in die Region. Der Profitgier der Gummi-Barone fielen zehntausende indigene Bewohner des Amazonasgebietes zum Opfer. Und als Kautschuksamen außer Landes geschmuggelt worden waren und der Preis fiel, flohen die Reichen und Reichgewordenen. Mit dem Gold-Boom Mitte des 20. Jahrhunderts kam der Spitzname El Dorado in den Dschungel. Und zehntausende Fremde, die ohne Bewusstsein für und Verbindung mit der Natur diese nachhaltig schädigten. Umweltverschmutzungen, die nur die folgenden Öl- und Holz-Booms zu übertreffen vermochten.

Heute ist das Amazonasgebiet ein teilweise vernarbtes Land mit immer noch offenen Wunden und einer Bevölkerung, die zwischen Geld und Modernisierung auf der einen und Ursprünglichkeit und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite gefangen ist. Ob diese Gratwanderung auch im sich gerade anbahnenden Touristen-Boom noch gelingen kann? Das scheint schwer zu glauben.

 

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Disclaimer: (1) Wir haben den Dschungel mittlerweile hinter uns gelassen. Der vorliegende Artikel stammt aus meinem Notizbuch und entstand auf der Fähre. (2) Wenn ich schreibe, dass "wir" mit den Menschen in der Comunidad sprechen, heißt das hauptsächlich Julian. Mein Spanisch ist zwar mittlerweile teilweise existent, aber mit dem Sprechen hapert es noch.

Limagedanken.

Menschenmassen, die sich durch die Straßen schieben, mindestens genauso viele Autos, Busse und Taxis, die an sieben Tagen pro Woche vierundzwanzig Stunden am Stück die Hauptverkehrsadern verstopfen. Schlechte Luft und schlechter Geschmack. Eine Stadt, die zu groß ist, um sich auch nur einen groben Überblick über sie zu verschaffen.

Und mittendrin? Tobi. Hola. Que tal? No hablo espanol. Yes, English, thank you.

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Breckenridge, Colorado: Zwei Meter Schnee, 3000 Meter hoch, nachts minus zwanzig Grad Celsius.
Lima: Gleißende Sonne am Strand, Meereshöhe, auch nachts kühlt es kaum merklich runter. Zweiundzwanzig Grad das Kälteste, was ich hier erlebt habe. Plus natürlich.
Es soll ja Menschen geben, die das mögen. Ich sehne mich nach Colorado.

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Warten. Meine neue Lieblingsbeschäftigung. Habe zwischenzeitlich herausgefunden, dass es sich bei Bier besser warten lässt. Vielleicht ist Trinken meine neue Lieblingsbeschäftigung.
Die Dachterrasse des Hostels übt eine ungesunde Anziehungskraft auf mich aus. Allerdings nicht nur auf mich, deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken mehr. Akzeptieren, sich damit abfinden. Mein Gehirn ist taub.

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Julian ist immer noch nicht hier. Ich trinke immer noch. Heute morgen Kater, dann Mate de Coca, dann kein Kater mehr. Einfach. Kopf immer noch taub, Dachterrasse immer noch verlockend, Lima immer noch riesig. Immerhin schon einiges gesehen mittlerweile. Ganz so übel ist die Stadt auch nicht. Wenn es bloß nicht so heiß wäre.

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Mama, mir geht es gut. Mach dir bitte keine Sorgen. 

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Alleine sein. Kopf arbeitet. Vermissen. Kopf arbeitet. Gut genug? Die richtige Entscheidung getroffen? Wie geht es weiter?
Dann wieder Menschen, Bier, Konversation: Where are you from? How long have you been travelling for? Where are you going next? Generische Antworten auf redundante Fragen. Zwischendurch ernsthaftes Interesse. Hoffnungsschimmer, interessante Unterhaltung. Dann wieder Backpacker-Einheitsbrei. Konversation, Bier, Menschen. Bett. Alleine sein. Vermissen. Kopf arbeitet.

 

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Jetzt mal ernsthaft. Mir geht es gut. Lima ist nicht übel. Nachher kommt Julian. Dann geht es morgen weiter Richtung Norden. Ich freue mich drauf. Habe einfach zu viel Bukowsky und Airen hier in der, zugegebenermaßen recht langen und langweiligen, Woche gelesen. Ich steh drauf. Feedback herzlichst willkommen. Ciao!

My Last Days of Winter...

...are almost over. 

Morgen läuft mein Visum aus. Sollte ich meine erlaubte Aufenthaltszeit überziehen, droht mir eine mehrjährige Einreisesperre. Ein ziemlicher Super-GAU, wenn die eigene Freundin hier lebt und ihre gesamte Familie. Ich muss hier also raus. Aber gehen wir das mal chronologisch an.

Der Westküsten-Trip, von dem ich mich zuletzt gemeldet habe, war absolut großartig. Nach Eugene gab es noch Portland und Astoria, OR, sowie Seattle, WA zu bestaunen. Seattle hat schon immer eine merkwürdige Fasznination auf mich ausgeübt, die ich mir nicht wirklich erklären kann. Dementsprechend war die Stadt ein bisschen mein persönliches Highlight.  

Nach Vancouver haben wir es leider nicht geschafft, weil Kim so schlau war, ihren Pass zu Hause zu vergessen. Aber das passte eigentlich auch ganz gut in unseren Zeitplan. Und außerdem waren wir beide schon einmal dort. 

Der Rückweg nach Albuquerque war dann nochmal ein spezielles Erlebnis. Ursprünglich wollten wir in Las Vegas! NV einen letzten Zwischenstopp einlegen. Leider wäre dieser auf die Nachr von Freitag auf Samstag gefallen. Und während die Preise für Hotelzimmer in Vegas unter der Woche auch in den besten Hotels rund um $35 liegen, werden für Freitag und Samstag bis zu $150 draufgeschlagen.

Nach langem Überlegen und Hin und Her stand unsere Entscheidung: NO To Vegas. Dafür gab es ein anderes Schmankerl: eine vierundzwanzigeinhalbstündige Autofahrt ohne Stops (von Tank- und Pinkel- abgesehen)! Ganz großes Autokino. Ich muss allerdings auch zugeben, dass Utah im Morgengrauen ziemlich cool war.  

So glücklich wir waren, den Trip erfolgreich abgeschlossen zu haben, so unausweichlich kam aber auch die Erkenntnis, dass sich meine Zeit hier dem Ende zuneigt. Und dann die Hiobsbotschaft: Statt gemeinsam auszureisen, wird Kim aus familiären und finanziellen Gründen hier bleiben (müssen). Toll. Nicht. 

Ihr Auszug aus Albuquerque war trotzdem beschlossene Sache. Und so ging es nach letzten schönen Tagen im Neu-mexikanischen Frühling mit dem womöglich vollst bepackten Ford Fiesta den diese Erde jemals gesehen hat mal wieder zurück Richtung Colorado, Richtung Breckenridge. Ohne größere Zwischenfälle (Katzenkotze auf uns beide und ein verlorener Keilriemen) angekommen, galt es, die letzten zwei Tage auf meinem Arapahoe Basin-Skipass abzufahren. Glücklicherweise geht die Saison dort bis Juni, sodass wir zwei großartige Powder-Tage genießen konnten, inklusive Kims Geburtstag. 

Und jetzt... Ja. Sonntag, der 20. März. Um 17.30 heißt es für mich: Tschüss, Winter. Machs gut, Colorado. Ciao, USA! 

Um 17.30 fliege ich von Denver nach Lima, Peru. Bziehungsweise von Denver nach Miami und von Miami nach Lima. Morgen um 6.40 Ortszeit dann die Landung. Ich bin gespannt...

 Übrigens beschränkt sich mein Spanisch auf "Hola! Que tal?" Oder so ähnlich. Von Peru soll es dann über Ecuador nach Kolumbien gehen.

Bleibt nicht mehr viel zu sagen, außer: Auf geht die wilde Fahrt. So sehr ich auch nicht gehen möchte, der einzige Ausweg wäre zu heiraten. Und da muss ich leider sagen: Nein, danke. Eure schwachsinnigen Einreisebestimmungen werden mich nicht brechen. 

Mein letzten Wintertage sind fast vorbei. In Peru erwartet mich ein Kontrastprogramm zu so ziemlich allem hier. Auf ins Abenteuer...

Long time no read...

... Oder so. 

Höchste Zeit für ein kleines Update. Nachdem wir vor zehn Tagen morgens um vier auf den großen Westcoast-Trip aufgebrochen sind, haben wir Eugene im wunderschön grünen Oregon erreicht, Hauptstandort der University of Oregon und Heimatstadt von Merry Prankster und Acid Test Guru Ken Kesey, dessen gegenkulturelle Ideen die Stadt immer noch und wieder prägen, nachdem sie in den 0er Jahren eher mit Meth-Problemen und Obdachlosigkeit für Schlagzeilen sorgte.

A pro pos Meth: Auf der Reise hierher haben wir einen Stop in Arcata eingelegt, eine kleine Küstenstadt nahe der Grenze von Kalifornien und Oregon. Der Weg dorthin führte uns durch Eureka. "If you have to move to Eureka, keep in mind that no matter WHERE you move, you'll move in next to meth lab." Nice, huh? Genauso fühlte es sich an. Den kurzen Taco Bell Stopp, den wir einlegten, als "sketchy" zu bezeichnen, wäre stark untertrieben.

Überhaupt scheint Meth das Leben in der Gegend von Nordkalifornien und des südlichen Oregons zu bestimmen. Ich habe viel gerätselt, wieso, warum und überhaupt, denn die Gegend ist atemberaubend schön, mit riesigen Redwood-Wäldern und saftig grünen Berglandschaften in denen die Wolken hängenbleiben. Andererseits ist man eben auch ziemlich weit ab vom Schuss und Landflucht scheint, vom Stadtbild der kleinen Orte, durch die der Redwood-Highway führt, nach zu urteilen, auch dort ein großes Problem zu sein. Im Endeffekt steht aber doch die Erkenntnis: Egal wie scheiße dein Leben sein mag, mit Meth wird es schlimmer.

Passend zur Sozialstruktur der Meth-zerfleischten Dörfer  der rauen Nord-Pazifikküste, wurde auch das Wetter mies, nachdem wir vorher von San Diego bis San Francisco mehr als eine Woche strahlenden Sonnenschein hatten - jeden Tag, von früh bis spät. Dementsprechend war auch das Campen wortwörtlich einen (kurzen) Steinwurf vom Pazifik auf dem Strand in Pismo Beach ein Vergnügen der sehr angenehmen Art.

Dass wir 'ne Menge Zeit im Auto und auf der Straße verbringen, macht dabei wirklich keine Probleme, führen die Strecken auf dem Pacific Coast Highway 1 doch durch einige der schönsten Gegenden der USA. Jeder Kilometer, pardon, jede Meile, von San Diego aus nach Norden ist beeindruckender als die letzte. Fotografische Dokumentationen der schier unglaublichen Natur-Schönheit (und unserer Städte-Stops in LA und sonstwo) gibt's auf Instagram.

So viel für den Moment, höchste Zeit für uns, wieder die Road zu hitten. Ein kaputter Laptop-Akku, unzureichende Verfügbarkeit von Gratis-Wifi und Reise-Ablenkungen verhindern, dass es hier öfter etwas Neues zu lesen gibt. Das wird sich ändern, versprochen.

Danke für's Lesen, I really appreciate it! Hoffentlich kann die eine oder der andere etwas stellvertretend durch mich das Fernweh bekämpfen und die Reiselust stillen. Next Stop: Portland, Oregon - the American hipster city.

Mit dir würde ich auch in die Bezirksliga gehen.

Ein besorgter Liebesbrief an die Diva vom Main.

Liebste SGE,

Mit dir würde ich auch in die Bezirksliga gehen.

2003 gegen Reutlingen haben wir uns „Nie mehr zweite Liga“ geschworen, 2005 und 2012 den Schwur erneuert. In Porto und gegen Bordeaux hast du mich hemmungslos begeistert, in Düsseldorf bodenlos blamiert. Aber das war okay! Eine ‚Diva‘ nennen sie dich – Meine Diva! Das bist nun mal du, temperamentvoll, emotional, aufregend. Und dafür liebe ich dich. Doch was momentan passiert, das kann ich mir einfach nicht erklären. Aber das kannst du vermutlich selbst nicht mal.

Was ist nur los mit dir?

Deine Mannschaft ist besser als die meisten der letzten Jahre. Und sie spielt nicht außergewöhnlich schlecht. Du hast die besten Fans der Welt. Auch wenn sie hin und wieder über die Stränge schlagen. Du hast dich in der Winterpause sinnvoll verstärkt. Obwohl das viele nicht glauben wollen. Du hast eine gute Vorbereitung gespielt, ohne große Verletzungen und Zwischenfälle. Nicht wie im Sommer gegen Leeds United.

Woran liegt es?

Liegt es Vorstand und Aufsichtsrat, die unüberlegt und bisweilen chaotisch agieren? Sind es die Schiedsrichter, die gefühlt Woche für Woche mehr Souveränität einbüßen? Waren es die vielen Verletzungen zu Beginn der Saison, die dich Luc oder (mal wieder) Sonny gekostet haben? Oder liegt es am Trainer, wie viele andere meinen?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass du ohne erkennbares Konzept, weder vorne noch hinten, in der Offensive und der Defensive, keine Spiele gewinnst. Dass du ohne taktische und emotionale Einheit keine Punkte holen kannst, nicht gegen Darmstadt, nicht in Mainz oder Köln oder sonst wo. Dass du mit solchen Spielen nicht noch einmal die Chance bekommst, mit 12.000 nach Bordeaux zu fahren, ob mit Bus oder Bahn oder Flugzeug – ganz egal.

Ich weiß nur, dass du mit solchen Spielen, im Waldstadion und anderswo, nicht die Klasse halten kannst.

Ich weiß nur, dass wir mit solchen Auftritten absteigen.

Liebe Eintracht, natürlich gehe ich mit dir in die 2. Bundesliga. Trotz allem. Aber sind wir überhaupt bereit dafür?

Es ist noch nicht zu spät, denk bitte noch mal drüber nach. Und wenn schon nicht für mich, dann wenigstens für Heribert.

Here we go.

+++ EILMELDUNG: FINGER.FERTIG IST ONLINE +++ BREAKING: FINGER.FERTIG IS ONLINE +++

Herzlich Willkommen bei Finger.Fertig. Kann ich Ihnen behilflich sein? Oh, okay, Sie wollen sich erstmal umschauen? Gerne, gerne. Machen Sie, machen Sie. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, kommen Sie einfach auf mich zu, ich werde hier irgendwo zwischen den Blog-Posts und Bildergalerien rumwuseln.

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Die 'Text'-Abteilung? Ja genau, da sind alle allgemeineren Sachen drin. Also da können Sie von aktuellen politischen Debattenbeiträgen bis Groundhopping-Berichten so ziemlich alles finden. Wenn Sie sich mehr Ich-Bezogen fühlen und Reiselust verspüren, dann schauen Sie einfach mal bei den Blog-Posts... Genau, einfach klicken. Wie bitte? Ja richtig, alles ohne Bezahlschranke! 

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Mehr was zum gucken? Na klar, ham' wa. Drüben bei 'Bild'. Blättern Sie ruhig ein bisschen durch, kann ich nur empfehlen, da sind einige gute Sachen dabei. In der Regel auch mit Ortsangaben, falls Sie nach was Bestimmten suchen.

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Sie wollen den Geschäftsführer sprechen? Wieso das denn? 'Mal persönlich kennen lernen', soso. Na gut, versuchen Sie es mal bei About.

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Wie, Sie wollen uns folgen? ...  Ach, ob wir auch Social Media machen? Na selbstverständlich, wir sind ja schließlich nicht von gestern.