Long time no read...

... Oder so. 

Höchste Zeit für ein kleines Update. Nachdem wir vor zehn Tagen morgens um vier auf den großen Westcoast-Trip aufgebrochen sind, haben wir Eugene im wunderschön grünen Oregon erreicht, Hauptstandort der University of Oregon und Heimatstadt von Merry Prankster und Acid Test Guru Ken Kesey, dessen gegenkulturelle Ideen die Stadt immer noch und wieder prägen, nachdem sie in den 0er Jahren eher mit Meth-Problemen und Obdachlosigkeit für Schlagzeilen sorgte.

A pro pos Meth: Auf der Reise hierher haben wir einen Stop in Arcata eingelegt, eine kleine Küstenstadt nahe der Grenze von Kalifornien und Oregon. Der Weg dorthin führte uns durch Eureka. "If you have to move to Eureka, keep in mind that no matter WHERE you move, you'll move in next to meth lab." Nice, huh? Genauso fühlte es sich an. Den kurzen Taco Bell Stopp, den wir einlegten, als "sketchy" zu bezeichnen, wäre stark untertrieben.

Überhaupt scheint Meth das Leben in der Gegend von Nordkalifornien und des südlichen Oregons zu bestimmen. Ich habe viel gerätselt, wieso, warum und überhaupt, denn die Gegend ist atemberaubend schön, mit riesigen Redwood-Wäldern und saftig grünen Berglandschaften in denen die Wolken hängenbleiben. Andererseits ist man eben auch ziemlich weit ab vom Schuss und Landflucht scheint, vom Stadtbild der kleinen Orte, durch die der Redwood-Highway führt, nach zu urteilen, auch dort ein großes Problem zu sein. Im Endeffekt steht aber doch die Erkenntnis: Egal wie scheiße dein Leben sein mag, mit Meth wird es schlimmer.

Passend zur Sozialstruktur der Meth-zerfleischten Dörfer  der rauen Nord-Pazifikküste, wurde auch das Wetter mies, nachdem wir vorher von San Diego bis San Francisco mehr als eine Woche strahlenden Sonnenschein hatten - jeden Tag, von früh bis spät. Dementsprechend war auch das Campen wortwörtlich einen (kurzen) Steinwurf vom Pazifik auf dem Strand in Pismo Beach ein Vergnügen der sehr angenehmen Art.

Dass wir 'ne Menge Zeit im Auto und auf der Straße verbringen, macht dabei wirklich keine Probleme, führen die Strecken auf dem Pacific Coast Highway 1 doch durch einige der schönsten Gegenden der USA. Jeder Kilometer, pardon, jede Meile, von San Diego aus nach Norden ist beeindruckender als die letzte. Fotografische Dokumentationen der schier unglaublichen Natur-Schönheit (und unserer Städte-Stops in LA und sonstwo) gibt's auf Instagram.

So viel für den Moment, höchste Zeit für uns, wieder die Road zu hitten. Ein kaputter Laptop-Akku, unzureichende Verfügbarkeit von Gratis-Wifi und Reise-Ablenkungen verhindern, dass es hier öfter etwas Neues zu lesen gibt. Das wird sich ändern, versprochen.

Danke für's Lesen, I really appreciate it! Hoffentlich kann die eine oder der andere etwas stellvertretend durch mich das Fernweh bekämpfen und die Reiselust stillen. Next Stop: Portland, Oregon - the American hipster city.