Limagedanken.

Menschenmassen, die sich durch die Straßen schieben, mindestens genauso viele Autos, Busse und Taxis, die an sieben Tagen pro Woche vierundzwanzig Stunden am Stück die Hauptverkehrsadern verstopfen. Schlechte Luft und schlechter Geschmack. Eine Stadt, die zu groß ist, um sich auch nur einen groben Überblick über sie zu verschaffen.

Und mittendrin? Tobi. Hola. Que tal? No hablo espanol. Yes, English, thank you.

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Breckenridge, Colorado: Zwei Meter Schnee, 3000 Meter hoch, nachts minus zwanzig Grad Celsius.
Lima: Gleißende Sonne am Strand, Meereshöhe, auch nachts kühlt es kaum merklich runter. Zweiundzwanzig Grad das Kälteste, was ich hier erlebt habe. Plus natürlich.
Es soll ja Menschen geben, die das mögen. Ich sehne mich nach Colorado.

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Warten. Meine neue Lieblingsbeschäftigung. Habe zwischenzeitlich herausgefunden, dass es sich bei Bier besser warten lässt. Vielleicht ist Trinken meine neue Lieblingsbeschäftigung.
Die Dachterrasse des Hostels übt eine ungesunde Anziehungskraft auf mich aus. Allerdings nicht nur auf mich, deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken mehr. Akzeptieren, sich damit abfinden. Mein Gehirn ist taub.

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Julian ist immer noch nicht hier. Ich trinke immer noch. Heute morgen Kater, dann Mate de Coca, dann kein Kater mehr. Einfach. Kopf immer noch taub, Dachterrasse immer noch verlockend, Lima immer noch riesig. Immerhin schon einiges gesehen mittlerweile. Ganz so übel ist die Stadt auch nicht. Wenn es bloß nicht so heiß wäre.

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Mama, mir geht es gut. Mach dir bitte keine Sorgen. 

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Alleine sein. Kopf arbeitet. Vermissen. Kopf arbeitet. Gut genug? Die richtige Entscheidung getroffen? Wie geht es weiter?
Dann wieder Menschen, Bier, Konversation: Where are you from? How long have you been travelling for? Where are you going next? Generische Antworten auf redundante Fragen. Zwischendurch ernsthaftes Interesse. Hoffnungsschimmer, interessante Unterhaltung. Dann wieder Backpacker-Einheitsbrei. Konversation, Bier, Menschen. Bett. Alleine sein. Vermissen. Kopf arbeitet.

 

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Jetzt mal ernsthaft. Mir geht es gut. Lima ist nicht übel. Nachher kommt Julian. Dann geht es morgen weiter Richtung Norden. Ich freue mich drauf. Habe einfach zu viel Bukowsky und Airen hier in der, zugegebenermaßen recht langen und langweiligen, Woche gelesen. Ich steh drauf. Feedback herzlichst willkommen. Ciao!